In einem Land, das es nicht mehr gibt
Spielfilm Deutschland 2020
Ostberlin, 1989: Kurz vor dem Abitur fliegt die 17-jährige Suzie von der Schule und muss sich im Kabelwerk Oberspree als Zerspanungsfacharbeiterin bewähren. Ein zufälliges Foto in der Straßenbahn früh um halb fünf öffnet ihr die Tür in die glamouröse Modewelt des Volkseigenen Handelsbetriebs (VHB) Exquisit und wird für sie zur Chance, dem sozialistischen Fabrikalltag zu entkommen. Sie landet auf dem Cover des DDR-Modejournals „Sibylle“, der „Vogue des Ostens“, und taucht in die schillernde Subkultur des Undergrounds ein, wo Rudi und seine Freunde mit Leidenschaft und Fantasie ihre eigene Mode aus Duschvorhängen und Leder erfinden.
Sie verliebt sich in den rebellischen Fotografen Coyote, dessen Bilder alle verzaubern, aber trotzdem nicht unter seinem Namen gedruckt werden. Auf seiner „Indian“ fahren sie zusammen ans Meer und Suzie erlebt die Freiheit, von der sie immer geträumt hat. Doch während sie zum ostdeutschen Supermodel aufsteigt, will Coyote heimlich mit ihr in den Westen fliehen, bringt sich ihre kleine Schwester vor Sehnsucht fast um und Suzie soll ihre Freunde verraten. Suzie muss sich entscheiden: Welchen Preis ist sie bereit zu zahlen?
Der Film basiert auf der eigenen Lebensgeschichte der Regisseurin und Drehbuchautorin Aelrun Goette. Wie Suzie im Film, wurde Goette wegen eines „Schwerter zu Pflugscharen“-Aufnähers festgehalten und durfte daraufhin in der DDR nicht studieren. Während ihrer späteren Ausbildung zur Krankenschwester in einer psychiatrischen Anstalt modelte sie für der Frauenzeitschrift „Sibylle“ und erhielt die staatliche Zulassung zum Mannequin. Nach der Wende studierte Goette Philosophie und Film und führte bei mehreren Spiel- und Dokumentarfilmen Regie. „In einem Land, das es nicht mehr gibt“ erhielt beim Deutschen Filmpreis 2023 zwei Nominierungen für Kostüm und Maske und den Preis für die beste Nebendarstellerin für Jördis Triebel.
Suzie Schulz: Marlene Burow
Rudi: Sabin Tambrea
Coyote: David Schütter
Dr. Elsa Wilbrodt: Claudia Michelsen
Gisela: Jördis Triebel
Petzke: Bernd Hölscher
Klaus Schulz: Peter Schneider
Kerstin Schulz: Zoé Höche
Musik: Boris Bojadzhiev
Kamera: Benedict Neuenfels
Drehbuch: Aelrun Goette
Regie: Aelrun Goette