Die göttliche Sophie - Das Findelkind
Fernsehfilm Deutschland 2011
Ein kleines Baby kann manchmal für große Verwicklungen sorgen - vor allem, wenn die Eltern weit und breit nicht aufzufinden sind. Vor diesem Problem steht Gemeindepfarrer Jens Steffensen (Jan Fedder), als eine verzweifelte junge Frau (Anna Kaminski) nach der Beichte ein Neugeborenes in der Kirche zurücklässt. Am liebsten würde er das Kind sofort dem Jugendamt übergeben, denn der Gottesdiener kennt sich zwar mit dem Taufen der lieben Kleinen aus, im Wickeln und Füttern hingegen hat er bislang keine Erfahrungen sammeln können.
Doch er hat die Rechnung ohne seine pfiffige Haushälterin Sophie (Michaela May) gemacht. Die schließt das Baby sofort in ihr Herz und überredet Steffensen mit Engelszungen, auf eigene Faust nach der armen Mutter zu suchen. Sophie ist überzeugt, dass die Frau ihren Entschluss sowieso schon längst wieder bereut.
Leider bleibt der neue Mitbewohner nicht lange ein Geheimnis. Schon nach wenigen Tagen berichtet die Boulevardpresse auf den Titelseiten über den Pfarrer, seine Haushälterin und das mysteriöse "Pfarrhaus-Baby". Im Bischöflichen Ordinariat verfolgt man die Geschehnisse in Fischbach mit großer Besorgnis. Negative Schlagzeilen sind das Letzte, was die Kirche gebrauchen kann. Steffensens ehemaliger Ordensbruder Clemens Stölzer (Johannes Silberschneider) soll die Sache im Auftrag des Bischofs (Lambert Hamel) unter Kontrolle bringen - und zwar schnell. Dies erweist sich allerdings als nicht ganz einfach, denn auch das grantige Nordlicht Steffensen ist mittlerweile ganz vernarrt in seinen Schützling.
Als sich auf Stölzers Betreiben hin das Jugendamt einschaltet, müssen Sophie und er mächtig Gas geben und die Mutter finden, bevor das Findelkind im Heim landet. Während die beiden dank ihres detektivischen Gespürs in einem noblen Golfhotel eine heiße Spur entdecken, geraten in Fischbach gleich mehrere Männer gewaltig ins Schwitzen. Denn wo es eine alleingelassene Mutter und ein kleines Baby gibt, da muss auch irgendwo ein Vater sein.
Nachdem "Die göttliche Sophie" sich im ersten Film der Reihe an der Seite des kantigen Pfarrers Jens Steffensen mehr als bewährt hat, werden die beiden Sympathieträger in "Das Findelkind" vor eine doppelte Herausforderung gestellt: Sie müssen die Mutter eines ausgesetzten Babys ausfindig machen und den leiblichen Vater dazu bringen, zu seiner Verantwortung zu stehen. Dabei müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn das gewitzte Duo nicht auch mit dieser Aufgabe spielend fertig würde.
Regisseur Hajo Gies, bekannt nicht zuletzt durch zahlreiche Schimanski-"Tatorte", erzählt diese Geschichte mit feinem Humor sowie einem genauen Gespür für dörfliche Milieus und pointiert gezeichnete Charaktere. In den Hauptrollen überzeugen einmal mehr Michaela May als herzensgute Sophie und Jan Fedder als herrlich schnoddriges Nordlicht, das in der bayerischen Provinz ein neues Zuhause gefunden hat. Auch die Nebenrollen sind mit den Charakterdarstellern Johannes Silberschneider und Lambert Hamel hervorragend besetzt.
Sophie Strohmayer: Michaela May
Jens Steffensen: Jan Fedder
Toni Brunner: Sebastian Bezzel
Leonie Brunner: Julia Eder
Clemens Stölzer: Johannes Silberschneider
Bischof Momsen: Lambert Hamel
Frau Stegmaier: Luise Deschauer
Leopold Huber: Johannes Herrschmann
Nele Hussmann: Nikola Kastner
Sandy Manzel: Anna Kaminski
Christel Scheurer: Lilly Forgách
Hoteldirektor Kaiser: Heinz-Josef Braun
Siggi Pfeifer: Helmfried von Lüttichau
Baby Emil: Maximilian Reinthaler/Manuel Reinthaler
Musik: Günther Illi
Kamera: Hartmut E. Lange
Drehbuch: Thomas Kirdorf
Regie: Hajo Gies