Tangentiale Ost - Neues Bündnis gegen Schnellstraße im Osten Berlins gegründet

Di 07.05.24 | 16:28 Uhr
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Archivbild: Baum-Camp-Räumung in der Wulheide, Umwelt-Aktivisten protestieren in der Wuhlheide in Oberschöneweide zur Verhinderung des Baus Tangentiale Verbindung Ost TVO. (Quelle: imago images/Friedrichs)
Audio: rbb 88.8 | 07.05.2024 | David Klevenow | Bild: imago images/Friedrichs

Gegen die geplante Schnellstraße Tangentialverbindung Ost (TVO) im Osten Berlins haben mehrere Initiativen das Bündnis "Schiene vor TVO" gegründet. Das Bündnis will die Nachteile des Straßenprojekts stärker ins Licht rücken und über die aus seiner Sicht negativen Folgen der aktuellen Planung aufklären, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag.

Das Bündnis ist ein Zusammenschluss verschiedener Initiativen, darunter der Bund für Umwelt- und Naturschutz Berlin (BUND), der Verkehrsclub Deutschland Nordost (VCD), die Umwelt-Initiative "Robin Wood", eine Arbeitsgemeinschaft der Linken und die Bürgerinitiative "A100". In den kommenden Wochen sollen die Kernpositionen vorgestellt werden.

Planungsunterlagen liegen bis zum 8. Juli öffentlich aus

Auf einer Länge von etwa 7,2 Kilometern soll zwischen der Märkischen Allee im Bezirk Marzahn-Hellersdorf und der Spindlersfelder Straße im Bezirk Treptow-Köpenick eine neue Straße entstehen. Nach aktuellen Plänen des Senats ist dabei eine vierspurige Straße vorgesehen.

Derzeit befindet sich das Projekt im sogenannten Planfeststellungsverfahren. Dabei werden die endgültigen behördlichen Genehmigungen eingeholt, damit mit dem Bau begonnen werden kann. Bei diesem Verfahren werden auch die Bürgerinnen und Bürger angehört und beteiligt. Die Planfeststellungsunterlagen liegen seit Montag in der Senatsbauverwaltung aus. Bis zum 8. Juli können die Pläne vor Ort oder online auf dem Portal für Umweltverträglichkeitsprüfung der Länder [uvp-bund.de] eingesehen werden.

Die Trassenvariante des Senats lehnt das Bündnis ab und fordert stattdessen mehr Investitionen in den sogenannten Umweltverbund aus Bussen, Bahnen sowie dem Fahrrad- und Fußverkehr.

Protestaktionen bereits im Mai 2023

Das Straßenbauprojekt gilt als hochgradig umstritten. Im Mai 2023 hatte die Polizei ein Protest-Camp von Umweltschützern mit Baumhäusern in der Wuhlheide in Köpenick geräumt. Die Baumbesetzer protestierten gegen die geplante Rodung von Wald für die Tangentiale Ost.

Eine Karte der geplanten Tangentialverbindung Ost (Bild: rbb24/Rossel)

Sendung: rbb 88.8, 07.05.2024, 08:30 Uhr

64 Kommentare

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  1. 64.

    Unsachlich hoch zehn. Selbstverständlich macht man das nicht auf Ex und Hopp. Aber weitere Strassen und Verkehrswende passen nicht zueinander.

  2. 63.

    Und die Menschen fliegen in der Zwischenzeit zur Arbeit, oder wie?
    Wien hat vorbildlich gezeigt, wie es richtig geht. Erst der Ausbau des ÖPNV bis in jedes (auch neue!) Wohnviertel. Dort ist die Bahnstation meist noch vor den ersten Neubauten da. Dann kann man den Individualverkehr beschränken.

  3. 62.

    Stimmt, immer derselbe Spruch. Erst muss der MIV verringert werden damit der ÖPNV nicht mehr im Stau steht.

  4. 61.

    Vergleichen Sie mal die Kosten der Bahn mit denen des Autos. In ein Auto passen meist 4 bis 5 Personen.
    Dabei subventioniert nicht etwa die Bahn das Auto, sondern das Auto die Bahn.

    Fernzüge kann man bei der Bahn aufgrund der hohen Preise gar nicht nutzen.
    Die Bahn ist ein ökologisches Desaster. Deswegen ist sie so astronomisch teuer trotz Subventionen.
    Ich erinnere nur an die ICE-Strecke durch den Thüringer Wald. Eine Frechheit.

  5. 60.

    Die Leute haben auch sonst nichts zu tun, als noch mehr Auto zu fahren.
    Auch wird man sicher alle 200 Meter auf der TVO eine Ampel errichten, damit viel Feinstaub beim Bremsen und Anfahren entsteht - mindestens so viel wie bisher.
    Für wie blöd halten die TVO-Feinde eigentlich die Leute?

  6. 58.

    Ein Großteil fährt nur deshalb durch den Blumberger Damm, weil die TVO immer noch nicht gebaut ist. Rein zufällig wohne ich am Blumberger Damm UND bin Radfahrer.
    Ich finde es wirklich eine Frechheit, was die Gegner der TVO hier an völlig unhaltbaren Argumenten auffahren. Hauptsache diese Egoisten haben ihre Ruhe.

  7. 57.

    MIetwohnungsbewohner sind natürlich minderwertig. Die haben sich gefälligst mit dem Lärm von Wuhletalstraße über Blumberger Damm, Köpenicker straße bis Wuhlheide abzufinden, damit die wirklich wenigen Häuslebesitzer am Berliner Außenring schön leben können.

  8. 56.

    Damit ein paar Egoisten ihren Frieden haben, soll der Verkehr weiterhin durch die Wohngebiete gehen. Das betrifft nicht nur Biesdorf, sondern auch Marzahn, Friedrichsfelde, Karlshorst und Schöneweide, also viel mehr Menschen als die wenigen Häuslebeseitzer am Berliner Außenring.
    Sehe ich doch gar nicht ein, dass man denen gegenüber klein beigibt.

  9. 55.

    Jeder, der die örtliche Situation in Biesdorf kennt und sich mit der Trassenführung auseinander gesetzt hat, sie mal wirklich abgelaufen ist, würde erkennen, das bei den Rucksackgegnern viel Unwissen herrscht und wie unten vermutet wird, nur das Auto als Hassobjekt gesehen wird.
    Der Norden führt über historisches Bahngelände mit Kriegskippen. Der Mittelbereich entlastet das Wohngebiet Biesdorf extrem und im Süden wird die Rudolf-Rühl-Alle zurück gebaut, die Bäume dort naja nicht wirklich das vielgenutzte Naherholungsgebiet aufgrund der Bestandstrasse der Bahn.
    Es wird eine Schnellverbindung ebenso für Radfahrer und den Busverkehr.
    In Marienfelde B101/Lichtenrade B96 haben auch viele gewettert, da war alles wesentlich knapper dran und die Mehrzahl der Fussgänger, Radfahrer und Autofahrer empfand Entlastung, als endlich alles fertig war.
    Innerstädtische Oasen, Opfer der Lückenbebauung gilt es, zu bekämpfen!

  10. 54.

    Es wird beides gebraucht.
    Außerdem bestreite ich, dass es den Gegnern der Trasse um das Wohl der Menschen geht.
    Umweltschutz ist für die nur Vorwand, die Menschen zu terrorisieren.

  11. 53.

    Falsch verstanden. Die Treskowallee (und auch Biesdorf) müssten dann nur Querverbindungen zur TVO erhalten. Damit ist sämtlicher motorisierter Verkehr in Nord-Süd-Richtung raus aus den Ortsteilen. Auch wenn es ein Umweg ist, für die Lebensqualität wäre es ein Fortschritt. Aber sie haben Recht, so etwas wie eine moderne Stadt wird es nicht geben. Kein Geld ist das Totschlagargument.

  12. 52.

    Immer derselbe Spruch. Besser wird der davon auch nicht. Der Individualverkehr ist schon lange nicht mehr in erster Linie vom Umfang des Straßenausbaus abhängig sondern längst von der Nutzbarkeit der Alternativen. Wenn der ÖPNV vor allem in den Randbezirken, im Speckgürtel und in den Randzeiten nicht besser ausgebaut wird, dann sind Menschen gezwungen, mit dem eigenen Auto zu fahren. Die meisten davon hätten auch gerne eine preiswertere Alternative mit Bus und Bahn. So toll ist das Pendeln mit dem Auto dann auch nicht und zudem verdammt teuer. Da steigt keiner aufs Auto um, nur weil es eine neue Straße gibt.

  13. 51.

    "Warum sollte die TVO das verursachen? Niemand will freiwillig durch die Wohngebiete fahren, das ist stressig und kostet unnötig Zeit und Sprit."

    Weil mehr Straßen noch mehr Verkehr verursacht, aus Bequemlichkeit nimmt man dann fünf Runden um den Block für die Parkplatzsuche hin.

  14. 50.

    Ich weiß gar nicht was ihr wollt, es soll doch wohl eine Fahrrad Trasse werden.
    Ich bin dafür.

  15. 49.

    Absolute Zustimmung, jeder sollte sich selber mal ein Bild von der Verkehrssituation in Treptow-Köpenick und das südliche Marzahn Hellersdorf machen. Ich denke hier schreiben viel auch von außerhalb, die nur wieder lesen "Eine neue Straße soll gebaut werden"

  16. 48.

    Sie geben sich doch selbst kein bisschen weniger fanatisch! Es ist ignorant, anderen Menschen vorschreiben zu wollen, wie sie sich vorwärts zu bewegen haben. Leider kann nun mal nicht jeder den ÖPNV nutzen und allein dieser Umstand wird bei der Nutzung des eigenen Autos als einzige Alternative vom Staat ohnehin schon hoch besteuert. Ohne Kfz- und Energiesteuern und LKW-Maut sähe der Bundeshaushalt ganz schön mau aus und dann gäbe es auch wenig, um in den ÖPNV zu investieren. So zahlt der Individualverkehr ohnehin bereits kräftig für den ÖPNV mit, obwohl für viele Menschen eben dieser ÖPNV derart schlecht funktioniert, dass er keine Alternative darstellt. Es wird niemals eine Welt geben, die ausschließlich auf ÖPNV fußt. Das kann schlicht niemand bezahlen und es wäre auch ökologisch widersinnig. Ziel muss sein, Autos nur wenn wirklich nötig zu nutzen, keine Verbote und keine Behinderungen.

  17. 47.

    Warum sollte die TVO das verursachen? Niemand will freiwillig durch die Wohngebiete fahren, das ist stressig und kostet unnötig Zeit und Sprit. Die Anwohner in Treptow-Köpenick leiden aber massivst unter der aktuellen Situation, weil die Autofahrer gar keine andere Chance haben, als dort mitten durch zu fahren. Die Situation aktuell ist für alle untragbar und genau deshalb wollen die Anwohner die TVO lieber heute als morgen. Wenn Außenstehende diese Verbindung verhindern wollen, dann ist das überheblich und rücksichtslos.

  18. 46.

    Sehe ich nicht so, die TVO wird den Durchgangsverkehr abfangen. Somit hat auch der ÖPNV wieder die Möglichkeit punktlich zu werden. Fahren Sie einmal im Berufsverkehr durch Köpenick und Sie verstehen erstmal die Problematik.

  19. 45.

    Ein Trugschluss, die TVO wird noch mehr Verkehr anlocken, auch und gerade in Wohngebieten.

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