Medizinisches Exoskelett (Quelle: imago/ITAR-TASS)
Bild: imago/ITAR-TASS

Querschnittlähmung | Endlich wieder laufen? - Exoskelett – Hoffnung auf ein bewegtes Leben

Trotz Querschnittlähmung – endlich wieder laufen können? Ein sogenanntes Exoskelett, ein Gehroboter, soll diesen Wunsch möglich machen. Wie ein äußeres Knochengerüst stabilisiert es den Körper und wird durch eine Fernbedienung gesteuert. Doch es braucht bestimmte Voraussetzungen und einige Übung, Körper und Maschine miteinander zu verschmelzen.

Der 56-jährige Schauspieler und Drehbuchautor Gerry Jochum ist seit Jahren querschnittgelähmt. Inkomplett. Das heißt: Er kann seine Beine bewegen, aber er kann nicht stehen oder gar laufen. Seit einem Unfall in Indien sitzt er im Rollstuhl. Im Therapiezentrum soll er nun mit einem sogenannten Laufroboter wieder vorsichtig gehen lernen.

Gerry Jochum benutzt einen sogenannten Hybrid Assistive Limb, kurz HAL genannt. Dabei wird der Patient mit Schienen in ein Gestell auf ein Laufband gestellt. Nach der Geschwindigkeit des Laufbandes richtet sich die Kraft, die der Patient mitbringen muss, um sich zu bewegen. Der Patient wird sozusagen maschinell "gegangen".  Bei Gerry Jochum besteht die konkrete Hoffnung, dass er eines Tages durch die Therapie mit dem Laufroboter an Krücken selbständig laufen kann.

Yoshij Grimm ist ab der Brust abwärts komplett querschnittgelähmt. Das heißt, er hat keinerlei Kontrolle über seine Beine und seine Bauchmuskeln. Er benutzt ein anderes Modell eines Exoskeletts – den sogenannten Rewalk. Mit Hilfe des Roboterskeletts kann er maschinell bis zu 50 Metern bewegt werden, also laufen – auch hier nur mit Hilfe von Krücken. Die Übungen mit dem "ReWalk" sollen die Knochen stärken, die Gesäßmuskeln entlasten und damit dem gefürchteten Decubitus – das sind offene Stellen am Körper - vorbeugen. Außerdem soll dieses Training in aufrechter Haltung die Blutzirkulation anregen.

Infobox

  • Wie funktioniert ein Exoskelett?

    Exoskelette sind Laufroboter mit denen Querschnittgelähmte und Schlaganfallpatienten das Gehen wieder erlernen können. Die Roboteranzüge bestehen aus metallenen Schienen, die an den Beinen der Patienten angelegt sind. Per Fernsteuerung werden diese Schienen mit Hilfe eines Motors bewegt.

    Sie sind am Körper tragbare roboterhafte Exoskelette. Die Systeme ermöglichen oftmals unabhängiges und selbst kontrolliertes Gehen und ahmen die natürlichen Bewegungsabläufe der Beine nach.

weitere Beiträge

Delphin, Pferd und Katze als Therapietiere (Quelle: imago/ITAR-TASS/Frank Sorge/blickwinkel)
imago: ITAR-TASS/Frank Sorge/blickwinkel

Diagnose- und Therapiehelfer - Tiere im Einsatz für unsere Gesundheit

Sie sind Freund und Begleiter, aber können noch viel mehr: Vor allem weil die Sinne von Tieren um vieles schärfer sind als unsere menschlichen, können sie in der Medizin besondere Aufgaben übernehmen. Wie Tiere die Gesundheit des Menschen schützen und fördern können, zeigen wir Ihnen Bild für Bild.