Konzert | Tokio Hotel in Berlin - Mit Pappaufsteller und Plüschkostüm durch den Monsun

Fr 28.03.25 | 08:46 Uhr | Von Jakob Bauer
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Bill Kaulitz steht beim Tourauftakt der Band Tokio Hotel in der MHP Arena auf der Bühne.
dpa/Marijan Murat
Tokio Hotel

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Tokio Hotel Tokio Hotel2 Min
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Video: rbb|24 | 27.03.2025 | Alva Janek Kronsteiner | Bild: dpa/Marijan Murat

Der Durchbruch für Tokio Hotel kam im Jahr 2006 mit dem Song "Durch den Monsun". Fast 20 Jahre später ist die Band aus Magdeburg wieder auf Europa-Tour, auch mit Halt in Berlin. Ein Abend zwischen Musik- und Modeshow. Von Jakob Bauer

Im Foyer der Uber-Eats-Music-Hall grinst einen Bill Kaulitz von einem Pappaufsteller an, Werbung machend für sein neues Parfum "Himmel". Drinnen hängt ein großer Vorhang vor der Bühne auf dem steht "Tokio Hotel – presented by Vodafone". Davor: Menschen, die vor 20 Jahren Teenies waren (und auch viele, die dem Teenie-Dasein noch gar nicht lange entwachsen sind), bereit, gleich wieder so loszukreischen wie damals, wenn auch nicht mehr ganz so ausdauernd.

Dahinter: Tokio Hotel, die sich bereit machen, symbolisch passend überlebensgroße Schatten auf den Vorhang werfen. Beats pumpen durch die Halle, die Spannung steigt, dann fällt der Vorhang und Bill Kaulitz fährt aus dem Bühnenboden heraus – mit Engelsflügeln, einer Erlöserfigur gleich, hinauf in den Hallen-Himmel.

Pop-Zirkus mit kommerzieller Schlagseite und die Liebe zum Andersartigen

Tokio Hotel waren vielleicht das erste große Pop-Außenseiter-Phänomen der 2000er-Jahre in Deutschland. Ihre Markenzeichen: androgyne Looks, große Gefühle, die Musik irgendwo zwischen Rock, Pop und Emo. Mit viel Make-up und extravagantem Stil brach vor allem Sänger Bill Kaulitz Geschlechterklischees auf und brachte queeren Ausdruck in den Mainstream. Dass Tokio Hotel seit ihrer Jugend von einem großen Label aufgebaut wurden und es unsicher ist, wieviel da authentisch ist und wie viel cleveres Marketing, ändert natürlich nichts daran, wie wichtig die Magdeburger für viele Millionen deutsche Teenager waren.

Und genau diese Mischung aus perfekt durchchoreografiertem Pop-Zirkus mit kommerzieller Schlagseite, die sich in Pappaufstellern und offensiv präsentierten Tour-Sponsoren widerspiegelt, und einer Liebe zum Ausgeflippten, Andersartigen prägt auch diesen Abend.

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Anfangs mehr Mode- als Musikschau

Sänger Bill Kaulitz wechselt gerade zu Beginn der Show alle zwei Songs das Outfit, legt nach den Engelsflügeln ein Glitzer-Kostüm mit Fransen-Überwurf an und kommt dann in rosa Plüsch inklusive Plüschgitarre und Plüschsombrero auf die Bühne. Zu sehen hat man da definitiv was und es macht schon Freude, sich da immer wieder vom nächsten krude-knalligen Outfit überraschen zu lassen.

Musikalisch bewegen sich Tokio Hotel mittlerweile zwischen Electro-Pop und Pop-Rock, nur ist der Sound in der Halle so makellos und gleichförmig produziert, dass man gerade am Anfang unsicher ist, was da jetzt überhaupt echt gesungen und gespielt wird, es ist mehr Moden- als Musikschau.

"Das sind meine Berliner"

In der Mitte des Konzerts spielen Tokio Hotel allerdings ein Akustik-Set. Und ohne diese ganze Super-Produktion, nur mit Stimme und Gitarre, entfaltet die Musik mehr Wirkung. Das Konzert bekommt einen besseren Flow, wenn Bill weniger Outfits wechselt, mehr im Hier und Jetzt ankommt und auch gesprächiger wird. Das bringt eine angenehme Reibung in die Glätte der Show.

Er erzählt von seinem durchgeschwitzten Tanga, witzelt über Bandkollegen, fragt: "Wer ist besoffen?" Jubel folgt: "Das sind meine Berliner", sagt er und erzählt dann von einem Song, den er mit 16 schrieb, nicht wissend, wie viel er später vielen bedeuten würde. Und das stimmt eben auch.

Tokio Hotel bleiben

Tokio Hotel sind auch 2025 noch interessant, zum Beispiel Bills Mode-Verrücktheit und sein androgynes Auftreten kombiniert mit manchmal schon klischeehaftem Mucker-Pop-Rock. Und auch die Zusammenarbeit mit Künstlern, die nach ihnen kamen und die eigentlich in ganz anderen musikalischen Richtungen unterwegs sind, zeigen, dass die Magdeburger bis heute eine Faszination auf viele ausüben: Die Indie-Rock-Rap-Band Kraftklub zum Beispiel hat einen Song mit Tokio Hotel komponiert, genauso wie Pop-Star Nina Chuba, mit deren zugespielter Stimme Bill an diesem Abend ein Duett singt. Live sind das Höhepunkte eines Konzerts, das natürlich mit "Durch den Monsun" als Zugabe enden muss, denn egal ob perfekt inszeniert oder echt: Für viele bedeuten Song und Band noch immer die Welt.

Sendung: rbb24 Inforadio, 28.03.2025, 6 Uhr

Beitrag von Jakob Bauer

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15 Kommentare

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  1. 15.

    Werbung in Privatfernsehen reicht völlig aus!

  2. 14.

    Und bei was genau wird dir dabei schlecht? Weil er offen darüber schreibt was ihm passiert ist? Weiß nicht, warum man jemanden "aus den eigenen Reihen" so denunzieren muss. Du müsstest es doch selbst wissen, wie hart die Realität sein kann, wenn man offen mit seiner (Homo-)sexualität umgeht, musst du dann auch noch dagegen schießen und hier so am Thema vorbei kommentieren?

  3. 13.

    Einverstanden. Aber was erwarten Sie? Das hier nur "Jubelkommentare" über diese Band veröffentlicht werden? Andere Meinungen unerwünscht?

  4. 12.

    Über diese Band läßt es sich gut streiten, ob gut oder schlecht. Doch wenn ich alleine ans private denke was Bill Kaulitz so von sich gibt u.seine Biografie in Buchform, wird mir als offen Schwuler Mann einfach nur schlecht. Sorry aber ist so!

  5. 11.

    Natürlich sind diese nicht vergleichbar. Ich wollte bloß die Pauschalität Ihrer Aussage von vorhin in Frage stellen. Nichts für ungut.

  6. 10.

    Ich werde nie verstehen, warum manche in ihren Kommentaren beleidigend werden, weil sie eine andere Meinung vertreten? Mehr leben und leben lassen, zumal niemand durch Tokio Hotel angegriffen wird.

  7. 8.

    Bei den frühen Genesis/Gabriel verhielt es sich anders. Gabriels Masken/Verkleidungen hatten immer einen Bezug zu den Songs. Eine Musik, die im progressiven Sinne hochkomplex und hochwertig war. Es waren keine 4 -Minuten Popsongs.

  8. 7.

    Sie vergleichen tatsächlich Tokio Hotel mit den von Ihnen genannten Rockgrößen? Oder meinen Sie nur deren Verkleidungen zu Beginn ihrer Karriere? Zu Kiss gehört dass immer gleiche Outfit, bis heute.

  9. 6.

    Ich bin froh, dass meine Tochter durch Tokio Hotel ihre musikalische Erstprägung hatte. Und nicht wie manch ihrer Schulkameradinnen durch bspw. Wolfgang Petry. Ein Schlagzeuger, der mit Motörhead-Shirt hinter seinen Trommeln sitzt, so eine Band kann nie verkehrt sein;-).

  10. 3.

    Wer nichts nettes zu sagen hat, kann auch einfach mal nichts kommentieren.

  11. 2.

    "...,es ist mehr Moden- als Musikschau". Bands, die sich über Kleidung definieren können musikalisch nichts zu bieten haben. Wer sich als Zuhörer so etwas antut, mag keine Musik und folgt dem Mainstream.

  12. 1.

    Nee ich fass es nicht, wie doof ist das denn!