Bruttoinlandsprodukt - Wirtschaft wächst in Berlin und Brandenburg überm Bundesschnitt

Do 28.03.24 | 15:51 Uhr
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Symbolbild: Mitarbeiter der Tesla Gigafactory Berlin Brandenburg arbeiten an einer Fertigungslinie eines Elektrofahrzeuges. (Quelle: dpa/Pleul)
Bild: dpa/Pleul

Brandenburg liegt aktuell auf Platz zwei der wirtschaftlich am schnellsten wachsenden Bundesländer - Berlin auf Platz drei, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Daten der Statistischen Landesämter hervorgeht.

Brandenburg hat demnach im vergangenen Jahr preisbereinigt ein Plus von 2,1 Prozent erwirtschaftet. Das Land profitiert nicht zuletzt von der Produktion des US-Elektroautobauers Tesla, der ein großes Werk im brandenburgischen Grünheide (Oder-Spree) betreibt.

Starker Dienstleistungssektor in der Hauptstadt

Berlin verzeichnet ein Plus von 1,6 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Inflation wuchs die Wirtschaft in Berlin um rund acht Prozent. Damit entwickelte sich die Berliner Wirtschaft laut den Statistikern in jedem der vergangenen zehn Jahre besser als die bundesweite.

Treiber des Wachstums ist vor allem der starke Dienstleistungssektor der Hauptstadt. Um preisbereinigt rund zwei Prozent legte die Wertschöpfung in diesem Bereich im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2022 zu.

Mecklenburg-Vorpommern auf Platz eins

Mecklenburg-Vorpommern ist im vergangenen Jahr zum wirtschaftlich am stärksten wachsenden Bundesland aufgestiegen. Das Bruttoinlandsprodukt nahm um 3,3 Prozent im Vergleich zu 2022 zu. In dem Jahr hatte noch Hamburg die Nase vorn gehabt.

Das ostdeutsche Bundesland an der Ostsee profitiert vom wieder anziehenden Tourismus nach der Corona-Pandemie, aber auch von dem im Januar 2023 ans Netz gegangenen neuen Flüssiggas-Terminal in Lubmin. Allerdings hat Mecklenburg-Vorpommern trotz des kräftigen Aufschwungs nur einen Anteil von 1,4 Prozent an der gesamtdeutschen Wirtschaftsleistung.

Bundesweites Minus von 0,3 Prozent

Ein Wachstum schafften sonst nur noch Hessen (+1,2 Prozent), Bayern (+0,3 Prozent) und Niedersachsen (+0,2 Prozent).

Insgesamt ist die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr um 0,3 Prozent geschrumpft. Am stärksten bergab ging es dabei in Rheinland-Pfalz, wo das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 4,9 Prozent einbrach, nicht zuletzt wegen weniger Umsätzen bei Biontech und BASF. Die meisten energieintensiven Branchen verzeichnen deutliche Umsatzrückgänge.

Spürbar gesunken ist die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr auch in Sachsen-Anhalt (-1,4 Prozent), Hamburg und Schleswig-Holstein (jeweils -1,1 Prozent) und in Nordrhein-Westfalen (-1,0 Prozent). In Baden-Württemberg, Bremen, dem Saarland und in Sachsen ging es mit jeweils minus 0,6 Prozent ebenfalls nach unten.

Sendung: rbb24 Inforadio, 28.03.2024., 12:15 Uhr

 

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20 Kommentare

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  1. 20.

    Erfolg fängt im Kopf an. Wer dann wie Sie aus Prinzip dagegen ist, darf sich über Erfolglosigkeit nicht wundern

  2. 19.

    Ich glaube nicht, dass es an der alternden Bevölkerung liegt, die ihre Interessen ja auch verteidigen dürfen. Für mich ist das ein Ablenkungsmanöver von 34jähriger Erfolglosigkeit in allen Großprojekten. Die Ursachen dafür liegen auf der Hand...wenn Entscheidungsträger über andere hinweg, ohne zuzuhören, Fachleute überhören. Das kann im Einzelfall vorkommen, aber nicht über 30 Jahre lang von fremden Geld. Dann stimmt etwas Strukturelles nicht. Jeder kann es sehen...

  3. 18.

    Und wenn in einer Region überwiegend alte Menschen wohnen, dann braucht man sich auch nicht über den Widerstand gegen tausende Arbeitsplätze zu wundern, wegen Lichtverschmutzung, steigende Mieten und Verkehrsaufkommen. Obwohl das Werk mehr als 1km hinter Eisenbahn und Autobahn weg ist. Was bisher für den Umweltschutz getan wurde, wird dann auch ignoriert.

  4. 17.

    Und jetzt sprechen Sie etwas sehr Wesentliches an, was auch ich immer bewerbe: Die Bildung und damit auch die Chancengleichheit.... DER Schlüssel zum Erfolg.
    Trotzdem darf ich den vergebenen Entwicklungschancen durch fragwürdige Standorte nachtrauern? Wir haben gute Leute in Brandenburg, eigene gute Leute: Z.B. gestern bei Lanz gesehen: Frau Herntier...Und wir haben zu viele Feststeller, Forderer, Bewerter... die in „Gipfeltreffen“ zum Ausdruck bringen: Man lässt machen...

  5. 16.

    Trotzdem wirken die Fehler der Deindustrialisierung der 90er bis heute nach. Wenn die jungen, qualifizierten Menschen erst mal weg sind, dann lässt sich auch ein Investor mit viel Subventionen nicht locken.
    Brandenburg hat erst auf Billiglöhne gesetzt und es nicht geschafft kreative Unternehmen in die Region zu locken.
    Dass man jetzt auf 2% stolz ist, bleibt reines Marketing der Politik.

  6. 15.

    Sie haben prinzipiell recht, aktuell gibt es kein besseres System auf der Welt. Wenn ihr alle was ändern wollt, geht in die Politik.

  7. 14.

    Milliardäre lassen andere für sich arbeiten, zahlen denen ein Almosen und streichen unberectigtwrweise, Gesetze dahin aurichtend den Gewinn ein. Dasnennt man Marktwirtschaft.

  8. 13.

    Milliardäre lassen andere für sich arbeiten, zahlen denen ein Almosen und streichen unberectigtwrweise, Gesetze dahin aurichtend den Gewinn ein. Dasnennt man Marktwirtschaft.

  9. 12.

    „Josti“, man muss doch kein Wirtschaftsfachmann sein, um den Unterschied von harten Kennzahlen für die Standortbestimmung zu weichen Kennzahlen, die zwar nichts Falsches sagen aber doch eher suggerieren (sollen?), zu erkennen. Auch wenn innerhalb eines Artikels so auf das BIP der erfolgreicheren Länder „geschwenkt“ wird, das sehr kleine Brandenburger BIP/Erwerbstätige gar nicht genannt wird, dass ein irreführender Eindruck entstehen kann, der suggeriert bei den anderen geht es bergab und nur in Brandenburg geht es dank der „Superpolitik“ bergauf. Und das zu erkennen, dass die harten Kennzahlen das Gegenteil sagen, muss erlaubt sein. Gerade weil ich es anders wünsche, es möglich wäre... für Brandenburg. Über 30 Jahre schon ist länger als die 28jährige Mauer dicht war!

  10. 11.

    "Das nennt man Marktwirtschaft"
    Nö , das nennt man Oligarchie und ist so ziemlich das Gegenteil von Demokratie .

  11. 10.

    Wir sollten froh sein, dass die Wirtschaft noch wächst. Bei der Nannymentalität vieler Mitmenschen, der Staat wird`s schon richten geht das nicht mehr lange gut. Die Ansichten vier Tage in der Woche arbeiten, aber bitte nicht mehr als 20 Stunden und das wiederum bei vollem Lohnausgleich, werden uns ganz schnell zeigen, wo unsere Grenzen sind. Immer höhere Forderungen, für die Bezahlung von Mitmenschen die nicht arbeiten wollen, weil man sich halt auf niedrigem Niveau eingerichtet hat, werden auf Dauer auch nicht erfüllbar sein. Aber im Moment ist ja alles ganz toll und der Staat funktioniert noch, woher das Geld kommt interessiert die Empfänger kaum. Arbeiten ist eh nur eine Plage.

  12. 9.

    Milliardäre entscheiden nicht nach moralischen Kategorien, sondern schaffen dort Arbeitsplätze und zahlen dort Steuern wo es sich für sie lohnt. Das nennt man Marktwirtschaft.

  13. 8.

    Richtig, Wachstum ist nicht Alles aber ohne Wachstum ist Alles nichts.
    Auch richtig, das Niveau Brandenburgs ist sehr niedrig. Als ich vor fast 40 Jahren in die Region Ostbrandenburg gezogen bin gab es zehntausende Industriearbeitsplätze. Übrig blieben nach den 90ern verlängerte Werkbänke, wie das Reifenwerk,die jetzt verschwinden.
    Gut dass es Investitionen wie Tesla gibt, die wenigstens hoffen lassen.
    Wossi, wenn Sie so ein toller Wirtschaftsfachmann sind, dann gehen Sie doch in die Politik.

  14. 7.

    Brandenbrg liegt auf Platz zwei der wirtschaftlich am schnellsten wachsenden Bundesländer
    und
    wahrscheinlich mit Abstand an der Spitze der Bundesländer, das die natürlichen Lebensgrundlagen der hier lebenden Mennschen am meisten zerstört. Tesla hilft der Brandenburger Regierung dabei den vorhandenen Wald in eine menschenfeindliche Betonwüste umzuwandeln und gleichzeitig ihnen das Wasser abzugraben . Statt wie früher "Schwerter zu Pflugscharen" heißt das Motto bei Tesla nun: "Wasser zu Modell Y".

  15. 6.

    Das Wachstum dient vor allem der Gewinnvermehrung.
    Wer sich den einsteckt dürfte bekannt sein.
    Die unteren Einkommensschichten sind nichts anderes als der größte Niedriglohnsektor Europas, wie sich einst Kanzler Schröder seiner Idee rühmte. Zusammen mit einem Herrn Harz wurde Armut per Gesetz eingeführt und Deutschland konnte seine Produkte (Stichwort Exportweltmeister)dem Rest der Welt andrehen. Dies wiederum führte zum Sozialabbau in Europa (Stichwort Austeritätspolitik) vor allem im Süden.
    Die Schere Arm Reich klafft seit Jahren immer weiter auseinander, was dann auch zu mehr Almosen für Bedürftige führt (Stichwort wachsende Sozialausgaben ).
    Alles in allem führt diese Politik zu immer mehr Spannungen mit anderen Staaten z.B. Frankreich, die auch was vom Kuchen abhaben wollen und zu mehr inneren Spannungen( Stichwort Rechtsruck ).Die Ausplünderung der Welt ist damit vorprogrammiert (Stichwort Klima ).

  16. 5.

    Die Wirtschaft wächst, um die Oberschicht noch reicher zu machen. Die Menschen im unteren Einkommenssegment sind doch längst abgehangen und profitieren nicht davon.

    Man könnte den Sozialstaat auch erhalten, wenn es eine stärkere Umverteilung von oben nach unten gibt. Die ganzen Milliardäre in Deutschland sollten sich mal hinterfragen, was sie für die Allgemeinheit tun.

  17. 4.

    „profitieren von diesem Wachstum schon dahingehend, dass diese Jobs überhaupt geschaffen wurden.“
    Wenn aber keine ZUSÄTZLICHEN Arbeitsplätze brandenburgweit geschaffen wurden? Dann ist es nur eine Verschiebung. Vieles spricht dafür.
    Noch ein Gedanke: Die Überschrift hätte auch heißen können: Brandenburg stürzt innerhalb eines Jahres im Wachstum um 4% ab. (Von 6 auf 2%) Denn genau so ist es.
    Oder: Es wird hier ein kleines Wachstum, was Hoffnung vermittelt, thematisiert. Und dann schwenkt man auf das BiP in anderen BL... Also was ganz anderes. Was wird das für eine Botschaft wohl sein?

  18. 3.

    Die Wirtschaft muss jedes Jahr wachsen, um u.a. den deutschen Sozial- und Wohlfahrtsstaat zu finanzieren. Und die unteren Einkommensschichten profitieren von diesem Wachstum schon dahingehend, dass diese Jobs überhaupt geschaffen wurden.

  19. 2.

    Warum muss die Wirtschaft eigentlich jedes Jahr wachsen? Und was haben eigentlich die unteren Einkommensschichten von diesem Wachstum? Es freut mich für meine Heimat, dass es hier bergauf geht. Aber ich teile nicht das ständige Streben nach Wachstum. Wie müssen im Einklang mit unserer Unwelt und unseren Mitmenschen leben, das ist das wichtige.

  20. 1.

    Man sollte dazusagen, dass das Wachstum eine weiche Kennzahl ist. Entscheidend ist die Ausgangsposition. So kann ein kleines Wachstum von einem hohenNiveau gestartet, absolut mehr Wirtschaftsleistung bedeuten als ein hohes Wachstum.
    Und das kann einem auf die Idee bringen, nur weil Tesla hier erwähnt wurde, einen Teslaeffekt in den harten Kennzahlen wie Arbeitslosenzahlen, Wirtschaftsleistung/Erwerbstätigen, Lohnsteuereinnahmen, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse alles vor und nach Tesla genauer zu betrachten. Ein Grund zu feiern oder nicht? Eine Ahnung ist da...

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