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In Berlin sorgt die Fällung zahlreicher Bäume für Diskussionen. Unsere Zuschauerin Susanne Larssen-Zahn meldete sich bei uns, nachdem sie massive Baumfällungen an der Gneisenaustraße und der Kommandantenstraße beobachtet hatte. Ihre Wahrnehmung deckt sich mit den aktuellen Plänen der Stadt: Mehr als 500 Bäume sollen für diverse Bauprojekte weichen.
Berlin gilt mit über 400.000 Stadtbäumen als grüne Metropole, doch durch Krankheiten und Bauprojekte werden es immer weniger. Besonders umstritten ist die Fällung von 35 Bäumen am Marx-Engels-Forum in Mitte. Laut der Initiative "Volksentscheid Baum" war die Hälfte dieser Bäume gesund, doch sie mussten einer großflächigen Neugestaltung des Areals weichen. Der Berliner Senat plant dort eine große Terrasse am Spree-Ufer – genau an der Stelle, wo zuvor die Bäume standen. Die Initiative kritisiert, dass stattdessen versiegelte Betonflächen entstehen und das Potenzial bestehender Grünanlagen nicht ausreichend berücksichtigt wurde.
Auch am Tempelhofer Damm ist der Baumbestand bedroht. Hier sollen 135 Bäume gefällt werden, da unter dem Asphalt alte Wasserrohre erneuert werden müssen. Während einige Bäume direkt über den Leitungen stehen und daher nicht erhalten werden können, sind andere für die Verbreiterung der Straße und zur Aufrechterhaltung des Verkehrs während der Bauarbeiten vorgesehen. Die Bezirksstadträtin von Tempelhof-Schöneberg, Saskia Ellenbeck, setzt sich jedoch für den Erhalt von bis zu 80 dieser Bäume ein und fordert, die Fällungen auf das technisch notwendige Minimum zu beschränken.
Die geplanten Rodungen rufen immer wieder Proteste hervor und werfen Fragen zur nachhaltigen Stadtplanung auf. Während einige Bauprojekte unvermeidbar erscheinen, wächst der Widerstand gegen unnötige Versiegelung und den Verlust wertvoller Grünflächen in der Hauptstadt.
Beitrag von Angelika Wörthmüller